Allgemeine Geschichte des Messdienerdienstes
Der Begriff „Ministrant“ ist noch nicht alt. Er tauchte erstmals 1955 auf. Der Dienst an sich ist älter. Er formte sich ungefähr ab dem 6 Jahrhundert. Ursprünglich war nur der Sonntag der Tag, an dem sich die Gemeinde versammelte. Aber weil so viele Leute zu den Gottesdiensten kamen, wurden die Heiligen Messen auch an Werktagen gehalten und es kam sogar manchmal dazu, dass zur gleichen Zeit in der gleichen Kirche an mehreren Altären die Messe gefeiert wurde. In großen, alten Kirchen findet man häufig noch eine Menge Nebenaltäre (z. B. Kölner Dom).
Die Gläubigen konnten unmöglich an jeder einzelnen Messe teilnehmen. Also benötigte man Menschen, die in jeder Messfeier das Volk vertraten. Ab dem 9 Jahrhundert war die Anwesenheit eines Akolythen (eine Art "Stellvertreter" für die Gemeinde) verbindlich vorgeschrieben.
Die Form des Messdieners, wie wir ihn heute kennen, geht erst auf die Liturgiereform im letzten Jahrhundert zurück. Und selbst seit dieser Zeit hat sich am Aufgabenbereich einiges getan. Der Messdiener galt bis zum II. Vatikanischen Konzil als "vom Pfarrer zu seinem Dienst berufen". Seit der Liturgiereform 1963 bezeichnet man den Ministrantendienst als einen wahrhaft liturgischen Dienst. Damit bekam er innerhalb der Kirche einen neuen Stellenwert. Messdiener wurden so zu einem wesentlichen Teil des Gottesdienstes ...
Seit den siebziger Jahren dürfen auch Mädchen Messdiener werden. Offiziell erlaubte Papst Johannes-Paul II erst 1994 den Dienst für Mädchen am Altar.

